Nerfling (Leuciscus idus)

Der Nerfling ist fast schon Geschichte. Er erzählt die Geschichte der Donau wie kaum eine andere heimische Fischart.
Einst gehörte er – gemeinsam mit Nase und Barbe – zu den häufigsten Fischen der österreichischen Donau. Ältere Donaufischer erinnern sich noch an regelmäßige Fänge.
Heute ist er in vielen Gewässerabschnitten selten geworden oder oftmals ganz verschwunden. Sein Rückgang steht exemplarisch für die tiefgreifenden Veränderungen unserer Flüsse.

Der Nerfling steht für intakte Flusslandschaften. Als charakteristische Fischart größerer Flüsse und ihrer Nebengewässer benötigt er strukturreiche Lebensräume, freie Wanderwege und eine gute Wasserqualität.
Sein Vorkommen zeigt, dass Flüsse ökologisch funktionieren – sein Rückgang macht deutlich, wo Handlungsbedarf besteht.
Damit ist der Nerfling ein Botschafter für eine zukunftsfähige Donau und ihre Nebenarme und Seitengewässer.
Seine Geschichte verdeutlicht, welche Folgen Eingriffe in Fließgewässer haben, zeigt aber zugleich, welche Chancen in der Wiederherstellung der Durchgängigkeit und der Renaturierung unserer Gewässer liegen.