Die Nase (Chondrostoma nasus)

Die Nase, eine gesellig lebende Cypriniden-Art, weist einen spindelförmigen, seitlich abgeflachten Körper auf. Wesentliche Merkmale sind die vorragende Schnauze sowie das unterständige, quergestellte Maul mit verhornter Unterlippe mit scharfkantigen Rändern. Der Körper weist eine graublaue bis graugrüne Oberseite, silberne Seiten und einen weißen bis gelblichen Bauch auf. Die Flossen sind rötlich gefärbt und das Bauchfell der Nase ist schwarz. Die Nase kann über 50 cm lang und über 2 kg schwer werden. Nasen bewohnen vorwiegend schnellfließende Gewässer, welche zum überwiegenden Teil der Barbenregion (Epipotamal) zuzuordnen sind. Die Nahrung dieser bodenorientierten Schwarmfische besteht hauptsächlich aus Algen, die sie von Steinen abweiden und aus den Kleintieren, die in diesem Algenbewuchs leben. Als sogenannter Mittelstreckenwanderer führt die Nase ausgedehnte flussaufwärts gerichtete Laichwanderungen bis zu mehreren 100 km durch, wo sie über Schotterflächen ablaicht, um anschließend wieder ihre ursprünglichen Lebensräume flussabwärts aufzusuchen. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts galt die Nase noch als Massenfisch, der nicht nur für Raubfische eine wertvolle und schier unerschöpfliche Nahrungsquelle darstellte.

Mit der fortschreitenden Regulierung der Fließgewässer und vor allem der Errichtung von Querbauwerken wurden die Lebensbedingungen für diese Fischart stark eingeschränkt. Die Erreichbarkeit der flussaufgelegenen Laichgründe sowie die Verfügbarkeit von geeigneten Laichhabitaten (Schotterbänke) wurden Großteils unterbunden, wodurch die Populationen vielerorts stark dezimiert wurden oder sogar gänzlich verschwunden sind. Mit der Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Flüsse und die Schaffung von geeigneten Lebensräumen ist zu hoffen, dass sich die Bestände wieder erholen werden und sich wieder in ihren ursprünglichen Habitaten ausbreiten.

Literatur:

KAINZ. E. & H. P. GOLLMANN (1999): Ein Beitrag zur Biologie der Nase (Chondrostoma nasus L.): Aufzucht und Vorkommen in Österreich. Österreichs Fischerei 52/1999: 265-272.
PETZ-GLECHNER R. (2003): Die Namen unserer Fische - eine etymologische Spurensuche. 2. Nase. Österreichs Fischerei 56 (5/6): 149-150.

(c) Foto: André Karwath aka Aka